Armbanduhren mit einem mechanischen Werk, zu denen auch Automatikuhren gehören, sollten in regelmäßigen Abständen einer Revision unterzogen werden. Unter einer „Komplettrevision“ verstehen wir bei BOTTA eine umfassende Reinigung und Aktualisierung des gesamten Uhreninneren.

Warum ist das nötig und wie läuft eine solche „Komplettrevision“ ab?

Das Uhrwerk einer mechanischen Uhr ist ein komplexes System aus verschiedenen kleinen, hochpräzisen Funktionselementen wie Zahnrädern, Wellen, Lagern und Metallplatinen. Viele dieser kleinen Bauteile sind ständig in Bewegung und verursachen dadurch Verschleiß und Abrieb.
Um diese Abnutzung so gering wie möglich zu halten bestehen die Lager von hochwertigen Werken aus einer Vielzahl von Rubinlagersteinen in denen sich die gehärteten Metallspitzen (sogenannte Zapfen) der kleinen Achsen drehen. Ein winziges Öltröpfchen reduziert hier zusätzlich die Reibung auf ein Minimum.

Rubinlager eines Automatikwerkes
Rubinlager eines Automatikwerkes

Nach 4-6 Jahren ist jedoch das Öl in der Regel aufgebraucht (Synthetisches Öl, wie wir es verwenden, verharzt zwar nicht mehr, wie das noch bei mineralischen Ölen der Fall war, verdunstet jedoch im Laufe dieser Zeit.) Die Folge ist erhöhte Reibung und damit verbunden ein gewisser „Zeitverlust“ (Die Uhr geht nach). Damit einher geht ein deutlich erhöhter Verschleiß an den Reibungspunkten.
Zudem bildet sich aus dem Gemisch aus Abrieb und verdunstetem Öl ein klebriges Gemisch, das sich mehr oder weniger auf allen Uhrwerksteilen ablagert.

Spätestens jetzt ist eine Komplettrevision dringend anzuraten, um Gangungenauigkeiten und Verschleißschäden zu vermeiden (Vergleichbar mit einer Inspektion beim Auto, die auch etwa alle zwei Jahre durchgeführt wird.) 

Die Uhr wird während der Revision komplett zerlegt, um alle Teile zu reinigen und Verschleißteile auszutauschen
Die Uhr wird während der Revision komplett zerlegt, um alle Teile zu reinigen und Verschleißteile auszutauschen

Welche Arbeiten führt BOTTA bei einer Komplettrevision durch?

Um es vorwegzunehmen: Es gibt keinen genau festgeschrieben Arbeitsumfang für die Komplettrevision einer Armbanduhr. Jeder Hersteller hat hier seinen eigenen Leistungskatalog. Unsere Uhrmacher belassen es nicht bei der grundlegenden Reinigung und Einstellung Ihrer Uhr, sondern tauschen obligatorisch verschleißanfällige Bauteile gleich mit aus. Der gesamte Prozess zieht sich über mehrere Tage hin und schließt aufwändige optische und technische Zwischenkontrollen ein.

Hier sind die Arbeitsschritte im Detail:

  • Die Uhr wird zunächst in ihre Baugruppen zerlegt.
  • Alle Gehäusebestandteile werden dann in einem speziellen Ultraschallreinigungsgerät gereinigt. 
  • Zeiger und Zifferblatt werden vom Uhrwerk abgebaut.
  • Das Uhrwerk wird komplett in Einzelteile zerlegt (siehe Foto)
  • Nun folgt eine mehrstufige Reinigung aller Komponenten des Uhrwerks in einem aufwändigen Reinigungsvollautomaten. Dabei werden alle Arten von Verschmutzungen im Werk gelöst und gründlich aber schonend entfernt.
  • Nach dem Trocknen erfolgt eine Überprüfung aller Bauteile auf Abnutzungserscheinungen. Zeigen sich Verschleißspuren, werden die betreffenden Bauteile ersetzt. Bestimmte besonders verschleißanfällige Komponenten wie die Zugfeder, das komplette Federhaus, Klinkenräder, Kugellager der Schwungmasse werden bei BOTTA obligatorisch erneuert. Eine Präventivmaßnahme, die sich doppelt auszahlt. Die Uhr läuft genauer und Leistungseinbußen bei kritischen Bauteilen werden präventiv verhindert.
  • Komponenten, von denen es neuere Versionen gibt, werden ebenfalls ersetzt. Ihr Werk bleibt dadurch immer auf dem neuesten Stand.
  • Die gereinigten bzw. erneuerten Teile werden wieder sorgfältig von Hand zu einem kompletten Uhrwerk zusammengesetzt.
  • Alle Lagerstellen und Reibstellen erhalten eine genau bemessene Ölung mit einem speziellen Dosierwerkzeug, das auf den Bruchteil eines Microliters genau arbeitet.
  • Zifferblatt und Zeiger werden montiert.
  • Das Werk wird auf der sogenannten Zeitwaage, einem hochpräzisen elektronischen Messgerät, vermessen und Schritt für Schritt einjustiert. Unsere Uhrmacher stellen unsere mechanischen Uhren auf eine Ganggenauigkeit von +20 / -0 Sekunden pro Tag ein. Damit ist gewährleistet, dass diese Uhr unter normalen Umständen nicht nachgehen wird. (Die Vorgabe des Werkherstellers liegt bei +30 / 0 Sekunden).
Eine UNO Automatikuhr wird mit einer Zeitwaage justiert
Eine UNO Automatikuhr wird mit einer Zeitwaage justiert
  • Jetzt folgt die Remontage aller Komponenten.
  • Alle Gehäusedichtungen werden ausgetauscht
  • Die Einheit Werk, Zifferblatt, Zeiger wird im Gehäuse montiert.
  • Nach einer weiteren optischen Zwischenkontrolle wird das Gehäuse verschlossen und in einem speziellen Messgerät mit Über und Unterdruck auf Dichtigkeit geprüft. Wir testen alle unsere Uhren im Überdruckbereich auf 5 Bar. Ein Wert, der die Betriebssicherheit unter normalen Belastungen des Alltags (ohne Schwimmen und Tauchen) sicher gewährleistet.
  • Zum Abschluss wird die komplette Uhr nochmals einer eingehenden Sichtkontrolle und einer weiteren Gangkontrolle im Dauertest (mindestens 48 Stunden) unterzogen.
  • Hat die Uhr alle Tests positiv bestanden, wird sie mit einer einjährigen Garantie wieder an Sie ausgeliefert.

Ihre Uhr ist damit wieder wie neu. Bei regelmäßigen Revisionen mit Teiletausch hält ein hochwertiges mechanisches Uhrwerk wie das von uns verwendete ETA 2824.2 praktisch unbegrenzt. Einen wesentlichen Beitrag hierzu leisten die 25 Rubinlager und die Jahrzehnte lange Erfahrung des Werkeherstellers ETA im Bau solcher Werke.
Nicht umsonst gilt das 2824-2 als eines der zuverlässigsten Werke überhaupt.
Eine regelmäßige Komplettrevision erhält den Wert Ihrer Uhr.

Das Schweizer ETA 2824-2 Automatikwerk der UNO Automatik gilt als eines der zuverlässigsten Automatikwerke überhaupt
Das Schweizer ETA 2824-2 Automatikwerk der UNO Automatik gilt als eines der zuverlässigsten Automatikwerke überhaupt

Author Klaus Botta

Klaus Botta ist ein deutscher Industriedesigner. Bekanntheit erlangte er durch die Entwicklung der Einzeiger-Armbanduhr und löste damit einen Trend aus, dem andere Hersteller folgten. Bis heute fasziniert ihn der bewusste Umgang mit Zeit. So entstanden viele weitere ungewöhnliche Zeitkonzepte, in denen der Mensch, das Maß der Dinge ist.

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