Kennen Sie das auch? Man verwendet mehr und mehr Zeit darauf, die Geräte und Accessoires, die man sich angeschafft hat, zu managen. Zunächst muss man ihre Bedienung verstehen, sie dann regelmäßig pflegen und warten und dann, am Ende ihres Lebens durch neue – möglichst noch bessere – ersetzen.

Beispiel Smartphone: So ein Minicomputer kann ja ungeheuer viel – und gehört mittlerweile auch ganz selbstverständlich zu unserem Leben. Schließlich macht es ja vieles schneller und komfortabler.

Aber bereits vor dem Kauf geht der Stress schon mit der Auswahl des richtigen Modells los. Und nach dem Kauf geht es dann weiter. Zunächst muss es geladen, dann installiert werden. Dann personalisiert. Es müssen Entscheidungen getroffen werden (Vernetzung vs. Datenschutz) die von erheblicher Tragweite sind, die aber kaum jemand vollständig überblickt. Man setzt eben sein Häkchen bei „Zustimmen“, aber es bleibt ein leicht mulmiges Gefühl, welche Konsequenzen das wohl haben könnte.

Im täglichen Betrieb fallen dann viele kleine Einzeltätigkeiten an, die alle – für sich betrachtet – nur wenige Minuten in Anspruch nehmen, sich aber über den Tag verteilt doch zu erheblichen Zeitsummen aufaddieren. Laden, Emails checken, Whatsapps und SMS versenden, Fotos schießen und bei „Insta“ posten, verwalten, vielleicht sogar noch bearbeiten (weil’s ja geht) neue Adresse einpflegen, Bluetooth- NFC- oder WLan-Verbindungen herstellen. Mit dem Fitnesstracker connecten (sonst macht der ja keinen echten Sinn…), Musik downloaden oder gleich streamen, und vieles mehr.

Und das war dann nur das Smartphone…

Dann gibt es ja noch den Rechner, der regelmäßig „geupdatet“ und „gebackupt“ werden muss – sonst entstehen ja gefährliche Sicherheitslücken!

Oder das Auto, das auch immer mehr zum fahrenden Computer wird, den die allerwenigsten Benutzer wirklich überblicken, geschweige denn „voll beherrschen“.

Selbst ich, der ich mich als ausgesprochen Technik-und Fortschritts-affin bezeichne, komme da an meine Grenzen. Beruhigt (teilweise auch beunruhigt) stelle ich aber auch fest, dass mein 18-jähriger Sohn, zunehmend gestresst ist, von der wachsenden Komplexität seines aktuellen Lebens.

Weil er sich besonders gut mit moderner Technik auskennt wird er dann auch gerne von allen möglichen Leuten gerufen, wenn die nicht mehr weiter wissen – zu allen Tages- und Nachtzeiten. (Dank Smartphone geht das ja 😉

Freiheit und Selbstbestimmung sehen eigentlich anders aus – oder?

Gerade bei Menschen, die man aktuell gerne als „High-Performer“ bezeichnet, stelle ich einen zunehmenden Grad an Überlastung und Erschöpfung fest. Oft verbunden mit einer Sehnsucht nach Vereinfachung und Ruhe (zumindest phasenweise).

Mir fällt auf, dass gerade sehr leistungsorientierte und intelligente Menschen sich von der Komplexität des Alltags abwenden und ein ruhigeres, mehr selbstbestimmtes Leben suchen. Auch in der materiellen Welt. Einfachheit in der Struktur und in der Bedienung wird zunehmend zum neuen kaufentscheidenden Feature.

Was mich betrifft, habe ich festgestellt, dass mich Menschen deutlich mehr beeindrucken die es schaffen, ihr Leben „sauber“ zu halten und sich auf wenige wesentliche Dinge zu beschränken – als solche, die sich über ihren Besitz oder Konsum darstellen.

Nicht umsonst ist das Buch „Simplify your Life“ von Werner Tikky Küstenmacher ein absoluter Bestseller geworden.

Ich kann das Buch jedem empfehlen – genauso wie eine Auseinandersetzung mit meiner persönlichen Erkenntnis: „Einfachheit ist der wahre Luxus der Gegenwart“

Ihr Klaus Botta

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